SO wiiiill ich das! – Bedürfnisse in Beziehungen äußern

Jonas fragt sich, warum Isabel ihm so oft am Ohrläppchen knabbert. Er mag den unerwarteten Schmerz nicht, wenn sie zu sehr hinein beißt. Warum merkt sie das nicht? Wenn man jemanden wirklich gern hat, muss man doch spüren, was der andere braucht, was ihm gefällt, oder eben was ihn abturnt, denkt sich Jonas.

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Die Erwartung, dass dein Partner/deine Partnerin, der/die dich lieb hat, dir jeden Wunsch von den Augen abliest, ist ein Mythos. Einige Bedürfnisse von Paaren passen vielleicht gut zueinander und werden im Selbstlauf befriedigt. Andere sind sehr individuell (um nicht zu sagen ’speziell‘) und das Gegenüber kann nicht erraten, welche verborgenen Sehnsüchte man hat. Wenn man sich zurückhält und seine Wünsche nicht äußert, verpasst man die Chance auf neue spannende Erfahrungen. Falls du dich traust, über deine Bedürfnisse zu sprechen und dein Partner/deine Partnerin generell keine Lust auf deren Erfüllung hat, dann weißt du zumindest, woran du bist.

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Es kann allerdings peinlich werden, wenn du zum Beispiel sexuelle Wünsche hast, von denen du befürchtet, dass deine Partnerin/dein Partner sie abstoßend, grotesk oder albern findet.

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Wie stellst du es also richtig an und was sagst du, um deine Wünsche und Abneigungen auf den Tisch zu bringen? Du kannst zunächst davon ausgehen, dass auch dein Partner/deine Partnerin ein Interesse daran hat, sich über noch verborgen gebliebene Vorstellungen und Bedürfnisse auszutauschen. Ihr könnt euch gemeinsam ein Sex-Talk-Date ausmachen, in der ihr über eure Fantasien und No-Gos sprecht. Dafür könntet ihr euch auf Fragen einigen, die er zunächst für euch beantwortet und dann mit eurem Partner/eurer Partnerin teilt. Hier ein paar Anregungen aus dem Buch von Ulrich Clement „Think love“

Welche Art sexueller Initiative deines Partners (deiner Partnerin) würde dir gefallen?

Welches Ereignis in deinem bisherigen sexuellen Leben würdest du als herausragend bezeichnen? Was daran ist so herausragend für dich?

Was war das erotische Erlebnis, das dich am meisten enttäuscht hat? Was genau hat dich enttäuscht?

Wenn du eine Zwischenbilanz deines erotischen Lebens machen solltest, wie würdest du die folgenden drei Fragen beantworten:

A Was kannst du behalten, weil es gut ist?

B Was kannst du aufgeben, weil es gut war aber heute nicht mehr zu dir passt?

C Was möchtest du neu entwickeln?

Wenn du dich sexuell langweilst, was tust du, um das zu ändern?

Was ist dein größtes sexuelles Problem?

Was traust du dich nicht zu sagen oder zu tun, weil du dich schämst?

Was an der Erotik deines Partners (deiner Partnerin) ist dir am meisten fremd? Möchtest du es besser kennen lernen?