Mein Sex, dein Sex, unser Sex

Sexualität beginnt bei jedem Individuum selbst. Jeder hat bestimmte sexuellen Fantasien, Vorstellungen und Wünsche, die den individuellen sexuellen Fingerabdruck ausmachen.

Finden und begehren sich zwei Menschen, ist die Sexualität des anderen noch völlig unentdeckt, was einen gewissen Reiz ausmacht. Im Laufe der Zeit entdeckt man die sexuellen Wünsche und Bedürfnisse des Anderen besser und offenbart eigene Vorstellungen.

Paare teilen eine kleine Schnittmenge gemeinsamer sexueller Erfahrungen und Wünsche. Auf diese Ebene begegnen sie sich immer wieder und man könnte diese Schnittmenge als ihre Komfortzone beschreiben.

Es kann in einer langjährigen Beziehung spannend sein und mehr Schwung ins Sexleben bringen, wenn sexuelle Bereiche des Partners erforscht werden, in die man bisher noch keinen Einblick bekommen hat. Dabei ist es jedoch nicht notwendig, dass man die Sexualität des anderen bis ins kleinste Detail kennt. Jedem stehen Bereiche zu, die er nicht mit anderen teilt. Manchmal hat man auch Angst, dass bestimmte sexuelle Wünsche mich, oder den/die Partner/in erschrecken könnten. Jeder sollte selbst entscheiden, wie weit er mit der Selbst-Offenbarung geht und wieviel Details er/sie sich vom anderen wünscht.

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Wenn ihr Lust habt, euch mit eurer Sexualität und den (noch) verborgenen Vorlieben beschäftigen wollt, könnt ihr euch gemeinsam Zeit nehmen und die folgenden Fragen beantworten. Es empfiehlt sich, dass jeder die Fragen zunächst für sich allein beantwortet und ihr dann darüber ins Gespräch kommt.

  1. Was macht die Sexualität mit dir so reizvoll?
  2. An welche besonders schöne sexuelle Begegnung mit dir erinnere ich mich?
  3. Was war so schön daran und warum?
  4. Wovon hätte ich gerne mehr?
  5. Worin unterscheiden wir uns?
  6. Äußere ich meine Bedürfnisse ausreichend? Wenn nicht, was hindert mich daran meine Bedürfnisse zu äußern?

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Jetzt fragt ihr euch vielleicht, warum das Thema bei Erektionsproblemen wichtig sein könnte.

Bei Männern mit Erektionsstörungen liegt bei der Selbstbefriedigung, also in dem Bereich „Mein Sex“ meist gar kein Problem vor. Erst beim gemeinsamen Beisammensein entstehen Ängste die Erwartungen des Partners/der Partnerin nicht befriedigen zu können.

Der ehrliche Austausch über Wünsche und Erwartungen und Ängste kann den Leistungsdruck mindern. Dadurch stellt sich vielleicht heraus, dass die Erwartungen an sich selbst zu hoch gestellt wurden, dass es normal ist, dass Männer manchmal Erektiosprobleme haben und Partner/Partnerinnen evt. ganz andere Wünsche haben als eine immer standfeste Erektion.