Freude beim Spielen

Sexualität bei Erwachsenen erinnert in vielerlei Hinsicht an die Freude beim Spielen in Kindertagen. Sowohl Sexualität als auch Spielen symbolisiert die Lebensenergie von Menschen. Man hat Freude daran, Neues auszuprobieren, begibt sich in ein Abenteuer oder in Fantasiewelten, testet Grenzen beim Spielpartner, man kann völlig in dieser Aktivität aufgehen und sich dabei selbst vergessen. Sex und Spiel sind kommunikative, lebendige und sehr belohnende Aktivitäten.

Manchmal ist es beim Spielen als Kind auch vorgekommen, dass man Rollen angenommen hat, die einem gar nicht so gut gefallen haben, aber man hat dies getan, um seinen Spielpartner glücklich und damit bei ihm beliebt zu machen. Oder man hat sich gedanklich immer wieder in dieselben Spielorte und in dieselben Geschichten begeben, obwohl man viel lieber eine neue Idee ausprobiert hätte. Wie oft hast du als Kind den Märchenprinzen gespielt, obwohl du viel lieber Astronaut, Drachenbezwinger oder Dornröschen gewesen wärst?

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Auch in Paarbeziehungen schleicht sich im Laufe des Zusammenlebens eine Sexualität auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner ein. Das heißt, dass nicht viel neues ausprobiert wird, sondern nur das praktiziert wird, was schon immer gut funktioniert hat. Angst vor Zurückweisung und Verstörung des Partners, wenn man diesen mit seinen tieferen sexuellen Wünschen konfrontiert, sind eine der Hauptursachen dafür. Aber warum sollte man sich als Paar nicht langsam vorwagen und dem anderen spielerisch zeigen, was man sich wünscht? Speziell dafür ausgemachte Überraschungsabende oder Spielabende, in denen ein Partner neue Elemente in das Liebesspiel integriert, die einem gefallen, können zu einem neuen Ritual werden.

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Beim Spielen als Kind entstand manchmal vielleicht auch ein komisches Gefühl. Man war plötzlich nicht mehr in einem Flow, sondern begann sich selbst zu beobachten und das, was man tat komisch zu finden. Oder ein befremdlicher Blick des Spielpartners gab einen zu verstehen, dass man sich unpassend verhielt. Solche Momente verunsichern und können auch in der Sexualität zu Irritationen führen. Bei sexuellen Funktionsstörungen und anderen sexuellen Problemen ist das Verhalten nicht mehr spielerisch, unbefangen und experimentierfreudig, sondern kontrollierend und angespannt. Betroffene sollten ihre Unbefangenheit zurück erhalten und wieder Freude am Spielen bekommen.

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