Gelassenheit im Umgang mit Erektionsproblemen

Männer, die unter Erektionsproblemen leiden, gehen häufig davon aus, dass alle anderen Männer „bessere Leistungen erbringen“ als sie selbst. Klischeehaft hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Männer „immer können und wollen“ während es für Frauen normal ist auch mal keine Lust zu haben. Solche falschen Ansichten können Männer stark unter Druck setzten. Wahrscheinlich hatte jeder Mann in seinem Leben schon mehrfach Momente, in denen es mit der Erektion nicht so geklappt hat, wie er es sich gewünscht hat oder er sowie keine richtige Lust auf Sex hatte. Entscheidend für die Entwicklung einer Erektionsstörung ist jedoch, wie man(n) mit dieser Situation umgeht und diese bewertet. Denkt man sich in solchen Situationen „Oh Mann, ich krieg aber auch gar nichts hin“, „Ist das peinlich.“, „Hoffentlich passiert mir das nie wieder.“, „Vielleicht bin ich impotent“, „Sie wird sich einen anderen suchen, wenn ich es nicht bringe.“ ist dies sehr schlecht für das Selbstwertgefühl. Zudem erlernt man bereits die Angst vor dem nächsten „Versagen“ (das ja eigentlich gar kein Versagen ist, sondern nur so streng vom Betroffenen selbst bewertet wird). Eine erneute Erekionsschwäche tritt durch die ängstliche Erwartung dann oft auch ein.

Bewertet man das Ausbleiben oder Abklingen einer Erektion allerdings mit einer gewissen Gelassenheit, entsteht daraus kein Problem. Gedanken wie: „Dann habe ich eben heute keine Lust“, „Auch gut, dann kann ich mich ganz auf meine Freundin/Frau konzentrieren und sie so richtig verwöhnen.“ oder „Gerade will ich keinen Sex, aber es ist trotzdem schön meiner Partnerin nahe zu sein.“, „Schade, dann eben an einem anderen Tag.“, „Heute bin ich einfach zu müde.“ sind genau richtig. Eine psychisch bedingte Erektionsstörung entsteht nur dann, wenn man zu hart mit sich selbst ist und starke Angst-und Schamgefühle entwickelt. Im besten Falle sollte es einem völlig egal sein, wie man im Bett abschneidet. Das Ausbleiben einer Erektion sollte möglichst entspannt hingenommen werden (auch von der Partnerin).

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Wie soll ich mit den Erektionsproblemen meines Freundes umgehen?

Do’s

1) Durch Zuwendung Nähe und Vertrauen schaffen: In den Momenten, wenn es mit der Erektion nicht klappt, solltest du deinem Freund mit Zärtlichkeiten zeigen, dass es dir nicht auf die Standfestigkeit seines Penises, sondern um ihn geht. Streichle ihn oder lass dich von ihm verwöhnen. Genieß seine körperliche Nähe, ohne auf den nächsten Schritt in Richtung Geschlechtsverkehr zu warten oder gar zu drängen. Sollte dir das Kuscheln nicht ausreichen, kannst du ihn bitten dich mit der Hand, mit einem Sexspielzeug oder oral zu befriedigen.

2) Reden hilft: Sprich mit deinem Partner darüber, was ihn verunsichert oder ihn unter Druck setzt. Mach dies aber am besten nicht während des sexuellen Kontakts, sondern in einem ruhigen Moment, wenn du mit ihm allein bist. Das Thema ist sehr schambesetzt und dein Partner wird es zunächst wahrscheinlich unangenehm finden darüber zu reden. Ein Gespräch, in dem du Verständnis, Interesse und eine entspannte Haltung zeigst, wirkt nicht nur auf ihn entlastend, sondern schafft Vertrauen zwischen euch und nimmt dir die Sorge etwas falsch zu machen.

3) Humor tut gut: Wenn ihr über das Problem sprecht und es für auch komisch ist, dieses lange und problemfokussierte Wort „Erektionsstörung“ zu benutzen, denkt euch irgendein anderes Wort dafür aus. Das kann gerne ein Fantasiewort oder Insider sein, wie zum Beispiel: „Midnight Blues“, „Verkopftenstein“, „Haarbandsituation“, „Liebesmonster“, „Erwartungskissen“ oder einfach nur eine Abkürzung, zum Beispiel „ED“.

4) Selbstzweifel nicht zulassen und auf Ressourcen konzentrieren: Oftmals führen die Erektionsprobleme des Partners dazu, dass man sich selbst sexuell nicht begehrenswert und unattraktiv fühlt. Diese Selbstzweifel erzeugen Lustlosigkeit und Distanz zum Partner. Überlege dir besser, was euch in eurer Beziehung und auch im Bett gut gelingt. Ist dein Freund zum Beispiel ein grandioser Küsser und verwöhnt er dich gern? Liebt er die Art, wie du dich bewegst oder ihn ansiehst? Oder seid ihr im „Oxytocinhimmel“ wenn ihr zu euren Lieblingssong kuschelt? Euch verbinden sicher einige wundervolle Momente miteinander, die du dir vergegenwärtigen solltest.

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3 Fakten über die Erektion

1)  Männer haben durchschnittlich 11 Erektionen am Tag. Die meisten finden nachts und damit meist unbemerkt statt.

2)  Es gibt drei Wege wie Männer eine Erektion bekommen: 1) nächtliche bzw. morgendliche Erektionen in der REM-Schlafphase (dabei müssen die Träume keinen sexuellen Inhalt haben), 2) durch körperliche Berührungen, 3) durch sexuelle Fantasien

3)  48% der Männer berichten über irgendeine Form von Erektionsproblemen (36% davon würden die erektile Dysfunktion als „mild“ einstufen). 53% dieser Männer machen sich Sorgen darum, dass sie in Zukunft keine ausreichende Erektion bekommen können, um Geschlechtsverkehr zu haben (siehe Studie).

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